Informatik verstehen

Erfahrung macht den Unterschied

Menschen haben Erfahrung. Computer haben keine Erfahrung.
Informatik, so wird gesagt, ist eine Ingenieurwissenschaft, die sich mit Computern befasst. Aber das ist nicht alles. Im Fokus der Informatik steht der Mensch, der das Werkzeug Computer bedient. Als Programmierer oder als Anwender. Versuche, das Risiko Mensch im Produktionsprozess der Informationsverarbeitung zu minimieren, führen manchmal zu zuverlässigeren Prozessen aber garantiert zu einer Kostenexplosion und nur selten zu insgesamt betrachtet effizienten Lösungen.

IT ist bauen. Wenn es fertig ist, drückt man ein paar Knöpfe und dann passieren unglaubliche Dinge. Das ist die Motivation eines beseelten Programmierers. Versteht man diese schwierige und wundervolle Arbeit lediglich als lineare Umsetzung der Anforderungen des Business, hat man das Geschäft nicht verstanden und ist gerade dabei, Unmengen Geld aus dem Fenster zu werfen.

Der Blick über den Tellerrand. Selten liegt heute in einem Projekt eine „grünen Wiese“ vor uns. Bestehende Lösungen sind zu integrieren, spezifische Anforderungen des Business, Richtlinien, Policies gilt es zu beachten. Ein abgeschottetes Vorgehen ohne ausreichendes, projektbegleitendes Feedback führt in eine Sackgasse, verursacht zusätzlichen Aufwand und produziert mittelmäßige Lösungen, die zwar die fixierten Anforderungen erfüllen aber insgesamt hinter den Erwartungen der Anwender zurückbleiben.
Ein Informationsaustausch zwischen den in das Projekt involvierten Instanzen wirkt dem entgegen. Dabei sind geeignete Kommunikationsformen zu entwickeln. Das Verständnis auf Seiten des Empfängers ist das Ziel. Das kann nicht durch reinen Formalismus erreicht werden. Auf der anderen Seite ist eine präzise, umfassende Beschreibung des Problems und später der Lösung unter Verwendung eines von allen Seiten verstandenen Vokabulars die unverzichtbare Basis, auf der die Lösung aufsetzt.